Sternzeichen
Sternzeichen

Noch heute nennt man das erste Zwölftel des Tierkreises ab Frühlingspunkt "Sternzeichen" Widder, obwohl dieses Gebiet heute fast ganz in den Fischen liegt. Das von den Astrologen benutzte Sternzeichen Widder liegt also im Sternbild Fische, während vor rund 2000 Jahren Sternzeichen und Sternbild Widder ungefähr übereinstimmten. Das zweite Zwölftel der Ekliptik nennt man Sternzeichen Stier, obwohl es etwa mit dem Sternzeichen Widder zusammenfällt. Alle Sternzeichen sind gleich lang, nämlich 30 Winkelgrade, was einem Zwölftel der 360 Grad langen Ekliptik entspricht.
Schon seit jeher ranken sich um die Tierkreisbilder Sagen und Geschichten, mit denen die Menschen versuchten, die Entstehung dieser Figuren zu erklären oder ihre Verehrung zum Ausdruck zu bringen. An dieser Stelle eine solche, kurze Sage:
Zwillinge
Das Sternbild Zwillinge ist nach den Zwillingsbrüdern Pollux und Castor benannt. Pollux war der Sage nach unsterblich, da er der Sohn des Göttervaters Zeus war, Castor dagegen hatte einen menschlichen Vater und zählte daher zu den Sterblichen. Die beiden Brüder waren große Helden und trennten sich niemals voneinander. Als Castor bei einem Kampf getötet wurde, war sein Bruder Pollux untröstlich. Besonders quälte ihn, daß Castor in das finstere, unterirdische Totenreich steigen mußte. Pollux bat seinen Vater, ihn auch sterben zu lassen, damit er seinem sterblichen Bruder folgen könne. Zeus war von der Bruderliebe des Pollux so gerührt, daß er ihm voeschlug, statt immer bei den Göttern im Olymp zu wohnen, mit Castor zusammen abwechselnd einen Tag im Totenreich und einen Tag im Olymp zu verbringen. Ohne lange zu überlegen, entschied sich Pollux für diese Möglichkeit, um sich nie mehr von Castor trennen zu müssen. Später soll Zeus die beiden Brüder zum Lohn für ihre treue Verbundenheit dann in Sterne verwandelt haben. Als Sternbild stehen sie seitdem am Winterhimmel und erinnern die Menschen an Bruderliebe und Kameradschaft.